Espressivo Windladenmodul

Neue musikalische Möglichkeiten

Die intel­li­gente Steue­rung lässt auf fast magi­sche Weise die soge­nann­ten Ton­lö­cher ver­schwin­den. Diese Löcher ent­ste­hen, wenn Pfei­fen auf ein­zel­nen Laden durch Aus­züge oder Kop­peln von ver­schie­de­nen Manua­len gespielt wer­den. Spielt der Orga­nist eine Taste, die ein Ven­til betä­ti­gen soll, das schon auf ande­ren Wegen geöff­net wurde, hört er nichts, denn die Pfeife klingt ja schon.

Systemübersicht der Espressivo-Tontraktur mit Manual- und Pedalsensoren, Mastermodul, Ethernet-Switch, Windladenmodulen W2, Universalsetzer SK64 und Schwellersteuerung
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Das Prinzip des Espressivo-Steuerungssystems 

Auch moderne Steue­rungs­sys­teme unter­schei­den sich in der Ver­ka­be­lung kaum von tra­di­tio­nel­len elek­tro­me­cha­ni­schen Schal­tun­gen. Ein Daten­bus endet frü­her oder spä­ter in einem Schalt­schrank, von dem aus viel­po­lige Orgel­ka­bel oft über lange Stre­cken bis zu den Wind­la­den durch das Orgel­ge­häuse zu ver­le­gen sind. Wäh­rend der Mon­tage ver­ge­hen so viele Tage mit kom­pli­zier­ten Löt­ar­bei­ten, bis der erste Ton erklin­gen kann. Und weil die Kos­ten für eine Inbe­trieb­nahme in der Werk­statt und erneute Demon­tage für den Trans­port enorm wären, beginnt die Suche nach Ver­ka­be­lungs­feh­lern und defek­ten Ven­ti­len erst in der teu­ren Mon­ta­ge­phase, wenn jede Ver­zö­ge­rung den Zeit­plan gefährdet.

Kon­se­quen­tes Bus-Prin­zip
Das Wind­la­den­mo­dul bringt die Intel­li­genz der Orgel­steue­rung direkt zu den Ven­ti­len. In kon­ti­nu­ier­li­cher Wei­ter­ent­wick­lung der Tech­nik ist seit der Ein­füh­rung des W1 inzwi­schen die dritte Gene­ra­tion, das W3-Modul, am Markt. Das kom­pakte, robuste Gehäuse kann direkt an der Wind­lade mon­tiert wer­den. Alle Kom­po­nen­ten sind inte­griert: Strom­ver­tei­lung und Absi­che­rung fin­den auf der Pla­tine statt. Nur die Strom­ver­sor­gung (12–24V) und eine Ether­net-Bus­lei­tung sind anzu­schlie­ßen.
Statt zahl­rei­cher dicker Orgel­ka­bel müs­sen bei der Mon­tage des Instru­ments am Auf­stel­lungs­ort nur noch wenige Strom­lei­tun­gen und vor­ge­fer­tigte Daten­lei­tun­gen ange­schlos­sen werden.

Zeit­spa­rende Mon­tage
Schon beim Ver­ka­beln der Wind­la­den stei­gert das W3 die Effi­zi­enz enorm. Bei tra­di­tio­nel­ler Ver­ka­be­lung sind zunächst Sam­mel­lei­tun­gen in der Lade anzu­brin­gen und an die Magnete anzu­schlie­ßen. Dann müs­sen viel­po­lige Kabel abge­man­telt, adern­weise abiso­liert und ein­zeln ange­klemmt oder gelö­tet wer­den.
Das Wind­la­den­mo­dul ist für die Ver­wen­dung mit Flach­band­ka­beln und Crimpste­ckern vor­ge­se­hen, die sich schon seit Jahr­zehn­ten in der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­elek­tro­nik bewährt haben. Der Anschluss an das Modul geschieht über Ver­bin­der, die ohne jedes Abiso­lie­ren oder Löten auf die Lei­tung auf­ge­presst wer­den. Für jeden Magne­ten sind bereits zwei Adern belegt. Beim Ver­ka­beln zie­hen Sie die Lei­tung z. B. in einem Kabel­ka­nal an der Wind­lade ent­lang, zie­hen je zwei benach­barte Adern vom man­tel­lo­sen Kabel ab und schlie­ßen den Magne­ten an.

Weil das Modul an der Wind­lade ver­bleibt, kön­nen Sie die Lade bereits in der Werk­statt kom­plett ver­ka­beln, es ent­steht kein Mehr­auf­wand für die Demon­tage zum Trans­port. Die zeit­auf­wän­di­gen Arbeits­schritte unter beeng­ten Bedin­gun­gen vor Ort ent­fal­len.
Weil der Pro­zes­sor zum Schal­ten der Aus­gänge im Modul sitzt, ist es auch ohne Ver­bin­dung zur zen­tra­len Steue­rung sofort ein­satz­be­reit. Über die ein­ge­baute Midi-Schnitt­stelle kön­nen Sie die Wind­lade noch in der Werk­statt in Betrieb neh­men und tes­ten. Ein Midi-Key­board genügt.
Paare von C- und Cis-Laden wer­den über ein Netz­werk­ka­bel ver­bun­den, so dass ein kom­plet­tes Regis­ter auf den Laden vor­in­to­niert wer­den kann.

Neue Mög­lich­kei­ten
Die intel­li­gente Steue­rung lässt auf fast magi­sche Weise die soge­nann­ten Ton­lö­cher ver­schwin­den. Diese Löcher ent­ste­hen, wenn Pfei­fen auf ein­zel­nen Laden durch Aus­züge oder Kop­peln von ver­schie­de­nen Manua­len gespielt wer­den. Spielt der Orga­nist eine Taste, die ein Ven­til betä­ti­gen soll, das schon auf ande­ren Wegen geöff­net wurde, hört er nichts, denn die Pfeife klingt ja schon.

Diese Ton­lö­cher brach­ten sei­ner­zeit die frü­hen Mul­ti­plex-Orgeln als min­der­wer­tige Bil­lig­lö­sung in Ver­ruf. In der Folge tra­ten inter­es­sante Ansätze des Orgel­baus in den Hin­ter­grund, die durch krea­tiv wech­selnde Zusam­men­stel­lung ver­schie­de­ner Wind­la­den zu neuen Regis­tern Instru­mente mit zusätz­li­chen Klang­far­ben berei­chern.
Die intel­li­gen­ten Wind­la­den­mo­dule kön­nen Ton­lö­cher nach einem paten­tier­ten Ver­fah­ren „mas­kie­ren“. Erkennt der Mini­rech­ner, dass eine Pfeife erklin­gen soll, deren Ven­til bereits geöff­net ist, schal­tet er den Trak­tur­ma­gne­ten für eine win­zige Pause vor­über­ge­hend ab. Dafür genü­gen je nach Laden­kon­struk­tion schon wenige hun­derts­tel Sekun­den. Nach die­ser prak­tisch unhör­ba­ren Unter­bre­chung spricht die Pfeife mit ihrem cha­rak­te­ris­ti­schen Anblas-Spek­trum wie­der an, das Ton­loch bleibt verborgen.

Das Espressivo Wind­la­den­mo­dul ist die ideale Ergän­zung zum Espressivo Kon­takt­sys­tem für Kla­via­tu­ren. Seit sei­ner Markt­ein­füh­rung im Jahr 2013 hat es her­kömm­li­che elek­tro­ni­sche Kon­takt­ein­rich­tun­gen, die mit Licht­schran­ken arbei­ten, weit­ge­hend ver­drängt. Die Spiel­art von Espressivo-Kla­via­tu­ren ähnelt denen einer mecha­ni­schen Trak­tur. Ein- und Aus­schalt­punkt müs­sen nicht wie bei klas­si­schen elek­tri­schen Kon­tak­ten an der­sel­ben Stelle lie­gen. Zudem über­mit­telt die Kla­via­tur bei jedem Tas­ten­druck die Geschwin­dig­keit, mit der die Taste betä­tigt wurde.

Das W3-Modul kann diese Geschwin­dig­keits­in­for­ma­tion nut­zen, um auch die Ven­til­ma­gnete unter­schied­lich schnell mit Strom zu ver­sor­gen. Diese neu­ar­tige „dyna­mi­sche Ven­til­steue­rung“ ermög­licht sub­tile Arti­ku­la­ti­ons­ef­fekte in der sonst oft als see­len­los emp­fun­de­nen elek­tri­schen Trak­tur. Ins­be­son­dere emp­find­li­che Zun­gen­re­gis­ter pro­fi­tie­ren von sanf­ter Öff­nung und gedämpf­tem Schlie­ßen der Ven­tile. Leise Regis­ter ver­lie­ren das stö­rende Trak­tur­trom­meln, wenn sie solis­tisch Legato gespielt werden.

Wind­la­den­mo­dule kön­nen alter­na­tiv zu oder gemein­sam mit den übli­chen Aus­gangs­mo­du­len von Steue­run­gen ein­ge­setzt wer­den. Die Funk­tio­nen der Zen­tral­steue­rung (Aufnahme/Wiedergabe, Touch­screen-Steue­rung etc.) sind unab­hän­gig von der Aus­gangs-Hard­ware. Spe­zi­fi­sche W3-Funk­tio­nen, wie die Ton­loch­mas­kie­rung, sind nur an den Modul-Aus­gän­gen verfügbar.