Kulturerbe-Dokumentation im Orgelbau

Ein Rundgang sagt mehr als tausend Fotos

Hoch­auf­lö­sende Pan­ora­ma­fo­to­gra­fie und mil­li­me­ter­ge­naue Laser­scans schaf­fen die gemein­same Infor­ma­ti­ons­ba­sis für Restau­rie­rung, Reno­vie­rung und Umbau – für alle Betei­lig­ten, jeder­zeit abrufbar.

Warum konventionelle Fotos nicht ausreichen

Im moder­nen Orgel­bau arbei­ten viele Part­ner zusam­men: Archi­tek­ten pla­nen die Reno­vie­rung des Kir­chen­raums, Sach­ver­stän­dige und Orga­nis­ten berei­ten die Sanie­rung vor, Orgel­bauer schla­gen unter­schied­li­che Kon­zepte vor, mit Zulie­fe­rern wer­den Alter­na­ti­ven dis­ku­tiert – und der Denk­mal­schutz will von Anfang an berück­sich­tigt sein.

Anhand ein­zel­ner Fotos lässt sich ein Instru­ment in sei­ner Gesamt­heit kaum erfas­sen. Die Ori­en­tie­rung der Orgel im Raum, die Funk­ti­ons­zu­sam­men­hänge, tech­ni­sche Beson­der­hei­ten: Oft zeigt sich erst hin­ter­her, wel­ches Detail beim letz­ten Besuch hätte auf­ge­nom­men wer­den müs­sen. Doku­men­ta­tio­nen sind unvoll­stän­dig, Auf­nah­men nicht auf­find­bar – und am Ende sind Ange­bote nicht ver­gleich­bar, weil jeder Betei­ligte von etwas ande­rem spricht.

Ein geschützter Weblink statt verstreuter Bilddateien

Sie erhal­ten einen pri­va­ten Inter­net-Link, der den Gesamt­über­blick ebenso ermög­licht wie den Blick auf das kleinste Detail. Pan­ora­men mit einer Auf­lö­sung von 500 Mega­pi­xeln erlau­ben das Hin­ein­zoo­men bis auf Mate­ri­al­ober­flä­chen und Beschrif­tun­gen. Alle Betei­lig­ten arbei­ten mit dem­sel­ben Stand – im Brow­ser, ohne spe­zi­elle Soft­ware und ohne beson­dere Hardware.

Zum Beispiel: Stadtkirche Nagold

Der Rund­gang durch die Stadt­kir­che Nagold zeigt Kir­chen­raum und Orgel so, wie ein Pro­jekt­be­tei­lig­ter sie am Bild­schirm erlebt: frei begeh­bar, in jede Rich­tung zu betrach­ten, bis ins Detail.

Zum Akti­vie­ren kli­cken – anschlie­ßend mit der Maus im Raum umsehen

Laserscanning für maßgenaue Planung

Wo es auf Maße ankommt, ergänzt Laser­scan­ning die Foto­gra­fie: eine voll­stän­dige Ver­mes­sung von Instru­ment und Archi­tek­tur mit mil­li­me­ter­ge­nauen Koor­di­na­ten als Grund­lage für Umbau- und Restaurierungsplanung.

Für die Haupt­or­gel des Pas­sauer Doms – 126 Regis­ter auf sechs Ebe­nen, über 16 Meter hoch – ent­stand aus 218 Laser­scans ein Daten­satz von mehr als acht Mil­li­ar­den 3D-Koor­di­na­ten, ver­knüpft mit 51 hoch­auf­lö­sen­den Pan­ora­ma­auf­nah­men. Das Instru­ment erhält im Zuge des lau­fen­den Umbau­pro­jekts ein voll­stän­dig neues Innen­le­ben; die Doku­men­ta­tion beglei­tet den Pro­zess. Die zugrun­de­lie­gende Mach­bar­keits­stu­die wurde vom Bun­des­mi­nis­te­rium für Wirt­schaft und Ener­gie als Pilot­pro­jekt zur Digi­ta­li­sie­rung im Bereich Kul­tur­gut und Denk­mal­schutz gefördert.

Ver­fah­ren, Scan­ner­ty­pen, Daten­for­mate und wei­tere Refe­renz­pro­jekte der Kul­tur­erbe-Doku­men­ta­tion fin­den Sie aus­führ­lich auf der Web­site von Dr. Jür­gen Scriba.

Weitere Projekte und technische Details

Für das Frei­bur­ger Müns­ter ent­stand ein voll­stän­di­ger vir­tu­el­ler Rund­gang, der über die offi­zi­elle Web­site des Müns­ters zugäng­lich ist. Das Pro­jekt wurde durch die Eugen-Mar­tin-Stif­tung finanziert. 

Dokumentation für Ihr Orgelprojekt

Sie möch­ten eine 360°-Dokumentation im Rah­men eines Orgel­pro­jekts ein­set­zen? Spre­chen Sie uns an – wir klä­ren mit Ihnen Umfang, Auf­nah­me­ter­min und Bereit­stel­lung der Daten.