Technik im Dienst der Musik

Innovation im Orgelbau

Von der Siche­rungs­pla­tine für die mini­ma­lis­ti­sche Sanie­rung klas­si­scher Orgel­elek­trik bis zum dezen­tra­len elek­tro­ni­schen Steue­rungs­sys­tem, das ganz neue Mög­lich­kei­ten eröff­net, unter­stüt­zen wir Sie bei Ihren Projekten.

Seit über 20 Jah­ren ent­wi­ckeln wir in einem Netz­werk von Elek­tro­nik-Spe­zia­lis­ten und erfah­re­nen Orgel­bau­ern Lösun­gen, die unser Lieb­lings­in­stru­ment wei­ter­brin­gen. Orgel­punkt steht für lang­fris­tige Ent­wick­lung und nach­hal­tige Konzepte.

Innovation: Offene Kommunikation in der Orgel

Übli­che elek­tro­ni­sche Trak­tur­sys­teme arbei­ten nach der Archi­tek­tur klas­si­scher SPS-Bus­sys­teme: Ein zen­tra­ler Pro­zes­sor ver­ar­bei­tet die Signale von Ein­gangs-Module und steu­ert Aus­gangs-Module. Was der Ein­gang Nr. 100 mit dem Aus­gang 801 zu tun hat, weiß nur der Programmierer.

Für den Orgel­bauer bleibt die Steue­rung ein mys­te­riö­ser Schalt­schrank mit blin­ken­den LED. Wenn beim Druck auf eine Kla­via­tur­taste eine fal­sche Pfeife erklingt, beginnt eine Dis­kus­sion zwi­schen dem Pro­gram­mie­rer, der das Instru­ment nicht kennt, und dem Hand­wer­ker, der den Wunsch des Musi­kers in die Welt der Daten über­set­zen muss.

Nicht sel­ten wie­der­holt sich der Zyklus aus Pro­gramm-Update, Test und Feh­ler­su­che mehr­fach und zieht sich über Wochen hin.

Jede Orgel­steue­rung ist ein Pro­gramm-Uni­kat, und nicht sel­ten stellt sich nach eini­gen Jah­ren her­aus, dass eine spä­tere Erwei­te­rung oder Ände­rung mit dem vor­han­de­nen Sys­tem nicht mög­lich ist.

Von Anfang an setzt das dezen­trale Espressivo-Sys­tem hin­ge­gen auf offene Kom­mu­ni­ka­tion: Wel­che Taste gedrückt und wel­ches Regis­ter gezo­gen ist, wird im gesam­ten Orgel­netz im ipMIDI-Stan­dard über­tra­gen. Orgel­bauer kön­nen auch kom­plexe Ton­trak­tur-Funk­tio­nen mit ein­fa­chen Tabel­len selbst kon­fi­gu­rie­ren und ändern.

Bestehende Instal­la­tio­nen las­sen sich auch in Zukunft her­stel­ler-unab­hän­gig erweitern.

Innovation: Das Linearventil

Elektromagnetisches Tonventil mit Kupferspule und angesetzter Sensorplatine
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Bedeu­tete „schnelle“ und „lang­same“ Into­na­tion bis­her nur eine Fein­ab­stim­mung der Tran­si­en­ten in der Anspra­che, so muss der Into­na­teur sich in der Linear-Welt auch damit aus­ein­an­der­set­zen, wie sich
der Klang bei all­mäh­lich zuneh­men­der Luft­strö­mung entfaltet.

Wie stark soll das Regis­ter spu­cken beim Stak­kato Anschlag? Kehrt die Pfeife nach kurz­zei­ti­gem Über­bla­sen wie­der in den Grund­ton zurück? Auf­schla­gende oder durch­schla­gende Zun­gen wer­den ganz unter­schied­lich auf die neue Anschlags­dy­na­mik reagieren.

Soge­nannte Pro­por­tio­nal­sys­tem ver­spra­chen das seit Jahr­zehn­ten, doch es blie­ben teure Exo­ten-Sys­teme, die in klas­si­scher Laden-Bau­weise ihren musi­ka­li­schen Anspruch nie erfül­len konn­ten. Das Line­ar­ven­til setzt dort an, wo der Klang ent­steht – prä­zise ein­stell­bar auf jede Pfeife. Und dies ohne auf­wän­dige tech­ni­sche Insel­lö­sun­gen: Espressivo Tas­ten­sen­so­ren und Wind­la­den­mo­dule kön­nen in der aktu­el­len Gene­ra­tion sowohl kon­ven­tio­nelle Ven­til­ma­gnete als auch Line­ar­ven­tile ohne zusätz­li­chen Auf­wand ansteuern.

Dank 3D-Drucks kön­nen wir Line­ar­ven­tile nun auch in Klein­se­rien her­stel­len – ohne wei­tere Ent­wick­lungs­zei­ten für spe­zi­elle Werk­zeuge oder Zulie­fer­teile. Heute exis­tie­ren funk­ti­ons­fä­hige Ein­hei­ten, die man in (fast) jede Wind­lade ein­bauen kann. Aus einer vagen Idee wurde musi­ka­li­sche Realität. 

Einen aus­führ­li­chen Arti­kel zum Line­ar­ven­til ver­öf­fent­licht im ISO-Jour­nal kön­nen Sie hier als PDF herunterladen. 

Prüfstand zur Messung der Druckkraft an einem Orgelventil
3‑D-Druck der Linearventile 
Makroaufnahme im Inneren einer Orgel mit Feder und Zugdraht der Traktur
Line­ar­ven­til Waben­platte (Detail)
Teilnehmer des Orgelpark-Symposiums bei der ersten Vorstellung des Linearventils
Line­ar­ven­til beim Orgel­park Sym­po­sium 2025

Innovation: Intelligente Schleifenzugmagnete

Seit der erste intel­li­gente Schlei­fen­zug­ma­gnet bei Lauk­huff Pre­miere hatte, arbei­ten wir im Ent­wick­ler­team an sei­ner Ver­bes­se­rung. Die ver­läss­li­che auto­ma­ti­sche Anpas­sung der Kraft bei mög­lichst lei­sem Betrieb setzt Maßstäbe.

Keine Kom­pro­misse
Wir las­sen die kräf­ti­gen Dop­pel­hub­ma­gne­ten wei­ter­hin beim Markt­füh­rer Ken­drion fer­ti­gen. Jeder ein­zelne wird auf seine Kraft­kenn­li­nie und elek­tri­sche Para­me­ter getestet.

Ein Magnet für alle Fälle
Mit der Ver­sion 1.1 erhielt die Elek­tro­nik zusätz­lich die Mög­lich­keit zur manu­el­len Kraft­vor­wahl mit Sensor-Kontrolle.

Beharr­li­che Inno­va­tion
Mit der „synchron“-Technik des S1.2 gelang ein wei­te­rer Mei­len­stein: Alle Regis­ter schal­ten prä­zise gleich­zei­tig, unab­hän­gig vom mecha­ni­schen Gang oder der aktu­ell benö­tig­ten Kraft. Die Regis­ter­züge von Dop­pel­re­gis­tra­tu­ren bewe­gen sich in per­fek­ter Choreographie.

Die neue Gene­ra­tion
Mit dem S2 erhielt die bewährte Tech­nik nun ein ganz neues Gesicht: Grund­funk­tio­nen wäh­len Sie mit über­sicht­li­chen Schiebeschaltern.

Mit dem neuen LED-Dis­play stel­len Sie die gewünschte Geschwin­dig­keit ein, die auto­ma­ti­sche Kraft­re­ge­lung über­nimmt den Rest.

Im Betrieb zeigt der S2 sogar direkt den aktu­ell benö­tig­ten Strom an und infor­miert Sie über mecha­ni­sche Pro­bleme an den Schleifen.

Innovation: Flexible Schwellersteuerung

Die kom­pakte Schwel­ler­steue­rung C1.1 ist der moderne Part­ner im Duo mit dem tra­di­tio­nel­len Schwel­ler­mo­tor. Das große Dis­play zeigt über­sicht­lich die aktu­elle Schwell­tritt-Stufe und die mecha­ni­sche Öff­nung an.

Getreu unse­rem Motto „Tech­nik im Dienst der Musik“, kön­nen Sie die Öff­nung der Schwell­wand pas­send zur Akus­tik abstim­men, in 100 Nuan­cen von linear bis expo­nen­ti­ell, damit der Orga­nist gerade die kri­ti­schen klei­nen Bewe­gun­gen fein­füh­lig steu­ern kann.

Display der Schwellersteuerung mit linearer Kennlinie von zu nach auf
Display der Schwellersteuerung mit exponentieller Kennlinie
Display der Schwellersteuerung mit stark exponentieller Kennlinie

Ein Ensem­ble von meh­re­ren Schwell­wän­den in einem Werk wird von der C1.1 mit beson­de­rer Raf­fi­nesse unter­stützt: Sie legen prä­zise fest, wel­che Schwell­wand sich in wel­chem Stu­fen­be­reich öff­net. So kön­nen Sie zum Bei­spiel im Pia­nis­simo zuerst nur kleine Jalou­sien an der Gehäu­se­seite öff­nen, bevor die Haupt­wand in der Front bewegt wird.

Display der Schwellersteuerung mit einer auf den unteren Bereich begrenzten Kennlinie
Display der Schwellersteuerung mit einer auf den mittleren Bereich begrenzten Kennlinie
Display der Schwellersteuerung mit einer erst im oberen Bereich ansteigenden Kennlinie

Revo­lu­tio­när:
Ver­bin­den Sie den Schwel­ler ein­fach mit der Orgel-Strom­ver­sor­gung (12 – 24V).
Interne war­tungs­freie Super­kon­den­sa­to­ren spei­chern Ener­gie, um die Schwell­wand beim Abschal­ten der Orgel auto­ma­tisch zu öff­nen. So ver­mei­den Sie 230V-Instal­la­tio­nen in der Orgel und benö­ti­gen kei­nen Elek­tri­ker für die Inbetriebnahme.

Uni­ver­sell:
Die Schwel­ler­steue­rung arbei­tet mit allen übli­chen Sys­te­men zusam­men. Schlie­ßen Sie Gray­code-Steu­er­si­gnale von 30 bis 127 Stu­fen an, wie sie Bus­sys­teme lie­fern.
Als Zube­hör erhal­ten Sie einen Ana­log-Digi­tal-Wand­ler zum Anschluss von Poten­tio­me­tern. Oder nut­zen Sie die ein­ge­baute Ether­net-Schnitt­stelle zur Steue­rung über ipMIDI.

Beson­ders hilf­reich:
Sie kön­nen direkt einen ein­fa­chen Schal­ter in der Orgel anschlie­ßen, um die Schwell­wand in eine ein­stell­bare „Ser­vice-Posi­tion“ zu brin­gen, wenn’s beim Stim­men im Schwell­werk mal wie­der eng zugeht.

Bewährte Technik: Der Klassiker

Das tra­di­tio­nell gebaute Gehäuse aus Eiche Mas­siv­holz ist nicht nur optisch eine Augen­weide. Die Kon­struk­teure von Lauk­huff wuss­ten, dass es keine bes­sere Basis für ruhi­gen Lauf der Antriebs­stange und eine best­mög­li­che Abschir­mung der Motor­ge­räu­sche gibt.

Die auf­wän­dige Kon­struk­tion lagert den kräf­ti­gen Getrie­be­mo­tor mehr­fach ent­kop­pelt von der mas­si­ven Mon­ta­ge­platte.
Zahl­rei­che über viele Ent­wick­lungs­schritte gereifte Details begrün­den die legen­däre Zuver­läs­sig­keit der Antriebseinheit.

Die Spe­zia­lis­ten von FSB Orgel­bau bauen den Klas­si­ker wei­ter. Dabei erhielt das Gehäuse kon­se­quent jetzt auch einen soli­den Holz­de­ckel.
Wer den Motor schon ein­mal ein­ge­baut hat, kennt die Vor­züge der Kon­struk­tion: Die mas­sive höl­zerne Schub­stange ist mit übli­chem Orgelbauer­handwerk an jede Ein­bau­si­tua­tion in der Orgel anpass­bar. Angriffs­punkte, Hebel­län­gen und Win­kel las­sen sich in wei­ten Gren­zen ändern.

Schwellermotor C1.1 im Holzgehäuse mit seitlichen Befestigungsschienen
Mit dem jeweils pas­sen­den Anschluss­ka­bel ist der C1.1 kom­pa­ti­bel zu den Steue­run­gen Typ Lauk­huff, Heuss und Orgelpunkt.