Espressivo

Das Traktursystem der neuen Generation

Seit sei­ner Markt­ein­füh­rung im Jahr 2013 hat sich Espressivo welt­weit in vie­len hun­dert Orgeln bewährt.
Statt mecha­ni­scher Kon­takte oder Licht­schran­ken erfas­sen ver­schleiß­freie magne­ti­sche Sen­so­ren prä­zise die Tas­ten­be­we­gung.
Die Schalt­punkte jeder Taste las­sen sich jeder­zeit ohne mecha­ni­schen Zugang elek­tro­nisch regu­lie­ren.
Durch das getrennte Ein­stel­len von Ein- und Aus­schalt­punkt lässt sich das Spiel­ge­fühl der Kla­via­tur in wei­ten Gren­zen anpas­sen.
Die oft beklagte Träg­heit elek­tri­scher Trak­tu­ren ver­schwin­det. Elek­tri­sche Kop­peln in mecha­ni­schen Instru­men­ten erklin­gen per­fekt synchron.

Vollständige Espressivo-Sensorleiste mit fortlaufender Beschriftung

Musikalische Bedeutung des Espressivo-Systems

Kla­via­tu­ren mit dem Espressivo-Sys­tem sind deut­lich musi­ka­li­scher im Spiel­ge­fühl als übli­che elek­tri­sche Kon­takt­ein­rich­tun­gen, denn seine magne­ti­schen Sen­so­ren erfas­sen die Tas­ten­po­si­tion stufenlos.

Espressivo erlaubt eine Sprei­zung von Ein- und Aus­schalt­punkt. Am tie­fer lie­gen­den unte­ren Schalt­punkt ver­klingt der Ton schon in der Auf­wärts­be­we­gung der Taste. Vir­tuose Läufe ver­schlei­fen nicht mehr.

Dies kommt dem Ver­hal­ten einer mecha­nischen Trak­tur nahe, bei der der Ton eben­falls abspricht, bevor die Taste wie­der voll­ständig in die Ruhe­lage zurückkehrt.

Hinzu kommt die paten­tierte Zwei­punkt-Repe­ti­tion: Auch am unte­ren Schalt­punkt lässt ein erneu­ter Tas­ten­druck den Ton wie­der erklin­gen, solange die Taste nicht wie­der voll­stän­dig los­ge­las­sen wurde. Schnelle Repeti­tio­nen gelin­gen so auch mit klei­nen Tas­ten­be­we­gun­gen. Diese Spiel­art schien bis­her nur in mecha­ni­schen Instru­men­ten rea­li­sier­bar zu sein.

Ein klas­si­scher Kon­takt hat nur eine Schalt­position. Legen Orga­nis­tIn­nen Wert auf eine direkte Anspra­che, regu­lie­ren Orgel­bauer die soge­nannte Leer­reise des Kon­takts auf die bei mecha­ni­schen Trak­tu­ren übli­chen zwei Mil­li­me­ter. Dann klingt der Ton schon bei gerin­gem Druck auf die Taste.

Doch die­ser Vor­teil wird mit einem gra­vie­ren­den Nach­teil erkauft:

Ist die Taste voll­stän­dig gedrückt, muss man sie auch wie­der fast voll­stän­dig los­las­sen, um den Ton zu been­den. Schnelle Repeti­tionen erfor­dern eine große Tastenbewegung.

Orga­nis­tIn­nen haben so oft den Ein­druck, elek­tri­sche Trak­turen seien lang­sam oder „tei­gig“. Eine Espressivo-Kla­via­tur spielt sich dage­gen deut­lich agiler.

In der Sym­biose aus mecha­ni­scher und elek­tri­scher Trak­tur zeigt das Sys­tem seine Stär­ken beson­ders eindrucksvoll.

Wo sonst elek­tri­sche Kop­peln der direk­ten mecha­ni­schen Trak­tur oft hör­bar nach­hin­ken oder vor­aus­ei­len, ermög­licht die prä­zise Ein­stel­lung von Leer­reise und Schalt­punkt-Sprei­zung, beide Trak­tu­ren per­fekt auf­ein­an­der abzustimmen.

Keine Kom­pro­misse, auch wenn die Kon­takte tief im Innern der Kla­via­tur ver­baut sind: Alle Ein­stel­lun­gen gesche­hen elek­tro­nisch per Tablet oder Lap­top ohne mecha­ni­sche Arbeiten.

Damit lässt sich die Leer­reise eines gesam­ten Manu­als mit weni­gen Klicks auf Bruch­teile von Mil­li­me­tern genau regu­lie­ren oder auf Wunsch auch für jede Taste einstellen.

So erhal­ten Instru­mente eine Spiel­art, die den indi­vi­du­el­len Bedürf­nis­sen von Künst­le­rIn­nen und dem spe­zi­el­len Cha­rak­ter der Orgeln gerecht wird.

Espressivo: Seit über 10 Jahren im Orgelbau bewährt. 
Etwa 600 Spieltische ausgerüstet, über 1.500 Klaviaturen, über 10.000 Pedaltasten.

Schnittzeichnung einer Orgeltaste in Ruhelage und im gedrückten Zustand mit eingezeichnetem Tastenweg
Prüfaufbau mit Orgelmanual und großem Anzeigedisplay auf einem Elektronik-Chassis

Espressivo ist das ein­zige Kon­takt­sys­tem, das es erlaubt, auf elek­tri­schen Manua­len mit einer orgel­ge­rech­ten prä­zi­sen Leer­reise zu spie­len und gleich­zei­tig die Anschlag­dy­na­mik zu erfas­sen, wie man es von elek­tro­ni­schen Tas­ten­in­stru­men­ten kennt.

Ein paten­tier­tes Ver­fah­ren misst in weni­gen tau­sends­tel Sekun­den die Geschwin­dig­keit, mit der eine Taste ange­schla­gen wird. Dar­aus errech­net das Sys­tem den soge­nann­ten Velo­city-Wert, mit dem bei elek­tro­ni­schen Klang­er­zeu­gern Laut­stärke und Klang­cha­rak­ter modu­liert wird.
Schon heute ver­fü­gen viele Orgeln über MIDI-Schnitt­stel­len, an die zusätz­li­che Instru­mente, wie etwa Key­boards mit Klavier­klang oder Module mit syn­the­ti­schen Blä­ser- oder Strei­cher­stim­men, sowie Per­kus­si­ons­in­stru­mente wie Glo­cken­spiele ange­schlos­sen wer­den können.

Sind die Orgel­kla­via­tu­ren mit Espressivo aus­ge­stat­tet, so kön­nen Orga­nis­tIn­nen auch die elek­tro­ni­schen Zusatz­in­stru­mente nuan­ciert anspie­len und das volle Spek­trum der elek­tro­ni­schen Klang­er­zeu­ger künst­le­risch zur Gel­tung brin­gen.
Auch für die Orgel eröff­net die Anschlag­dy­na­mik neue Mög­lich­kei­ten. Das Sys­tem ermög­licht soge­nannte dyna­mi­sche Kop­peln, die gespielte Töne erst bei kräf­ti­gem Anschlag auf die gekop­pel­ten Manuale weiterleiten.

Mit etwas Übung las­sen sich so Akzente in einer ande­ren Regis­trie­rung her­vor­he­ben oder Melo­die­li­nien auf ande­ren Wer­ken spie­len, ohne das Manual zu verlassen.

Als wei­te­rer Ent­wick­lungs­schritt der Espressivo-Trak­tur ste­hen inzwi­schen elek­tro­ni­sche Aus­gangs­mo­dule zur Ver­fü­gung, wel­che die von der Kla­via­tur erfasste Anschlag­dy­na­mik nut­zen, um die Ven­til­ma­gnete der Orgel modu­liert anzu­steu­ern und nicht nur ein- und auszuschalten.Die oft als see­len­los emp­fun­dene elek­tri­sche Trak­tur agiert so deut­lich kul­ti­vier­ter. Ins­be­son­dere leise Solo­re­gis­ter pro­fi­tie­ren von einer Dämp­fung per­kus­si­ver Neben­ge­räu­sche.
Stö­rende Tran­si­en­ten in der An- und Abspra­che von Zun­gen­stim­men wer­den durch sanfte Bestro­mungs­kur­ven unterdrückt.

Abhän­gig von der Kon­struk­tion der Wind­lade und der Into­na­tion der Regis­ter ermög­licht die soge­nannte dyna­mi­sche Ven­til­steue­rung sogar eine gewisse Arti­ku­la­tion der Ton­an­spra­che, wie sie sonst nur mit mecha­ni­schen Trak­tu­ren zu erzie­len ist.

Ein Espressivo-Sys­tem in der Kla­via­tur bil­det die Basis für zukünf­tige Ent­wick­lun­gen im Orgelbau.

Espressivo-Sensorleiste von der Seite, unter dem Tastenbett montiert
Sen­sor­leiste für Manu­al­kla­via­tu­ren bis 64 Tas­ten: Paten­tierte Mon­tage direkt am Waag­bal­ken für maxi­mal Stabilität

Mit wenig Aufwand einzubauen

3D-Darstellung eines Tastenbetts mit montierter Espressivo-Sensorleiste
3D-Darstellung des Tastenbetts mit Espressivo-Sensorleiste in seitlicher Ansicht
3D-Darstellung des Tastenbetts mit Espressivo-Sensorleiste in der Frontansicht
3D-Darstellung einer Klaviatur mit den senkrecht abgehenden Abstrakten der mechanischen Traktur

Das Espressivo-Sys­tem lässt sich mit wenig Auf­wand in prak­tisch jede Kla­via­tur ein­bauen. In die Tas­ten sind ledig­lich Schei­ben­ma­gne­ten mit einem Durch­mes­ser von 8 mm ein­zu­kle­ben, deren Bewe­gung von Magnet­feld­sen­so­ren erfasst wird (soge­nannte Hall-Sensoren).

Die Sen­so­ren sind in Grup­pen zu acht auf Pla­ti­nen ange­ord­net. Im Lie­fer­um­fang sind acht Sen­sor­pla­ti­nen für bis zu 64 Tas­ten ent­hal­ten. Jede Pla­tine kann um bis zu drei Sen­so­ren gekürzt wer­den, so dass sich jeder bei Orgeln übli­che Kla­via­tur­um­fang dar­stel­len lässt.

Durch die Kom­bi­na­tion von zwei Leis­ten in einem Manual kön­nen auch Kla­via­tu­ren mit Piano-Umfang rea­li­siert wer­den, die immer häu­fi­ger als Zusatz­ma­nual in Spiel­ti­schen anzu­tref­fen sind.

Die Mon­tage der Pla­ti­nen erfolgt mit einem spe­zi­el­len Alu­mi­ni­um­pro­fil, ent­lang des­sen Nuten sich die Sen­so­ren mit spe­zi­el­len Schrau­ben an jedem Ort fixie­ren lassen.

So pas­sen sich die Sen­sor­po­si­tio­nen der Kla­via­tur­tei­lung an. Kleine Abwei­chun­gen ein­zel­ner Sen­so­ren im Bereich von Mil­li­me­tern sind unkri­tisch, die Tafel­breite wird durch die Ver­schie­bung der Pla­ti­nen ausgeglichen.

Das Sys­tem ist für einen Tas­ten­gang am Sen­sor von 2–4 Mil­li­me­tern aus­ge­legt. Damit kann bei dem meis­ten Kla­via­tu­ren die Sen­sor­leiste direkt am sta­bils­ten Ort der Kla­via­tur befes­tigt wer­den, dem Waagebalken.

Nur bei extrem lan­gen Tas­ten ist eine zusätz­li­che Ver­stre­bung nötig, um den nöti­gen Gang am Sen­sor zu erzielen.

Espressivo funk­tio­niert unab­hän­gig davon, ob sich der Magnet mit der Tas­ten­be­we­gung der Pla­tine annä­hert oder sich ent­fernt. Damit kön­nen die Sen­so­ren sowohl vor als auch hin­ter dem Waag­bal­ken, ober­halb oder unter­halb der Kla­via­tur ange­bracht werden.

Damit lässt sich in nahezu jedem Instru­ment eine Ein­bau­po­si­tion fin­den. Spe­zi­elle Ein­stel­lun­gen sind nicht nötig. Die Elek­tro­nik erkennt bei der ers­ten Inbe­trieb­nahme der Kla­via­tur die Bewe­gungs­rich­tung der Magne­ten und kali­briert sich auf den Tastengang.

Auch bei jedem Ein­schal­ten erfolgt auto­ma­tisch eine Nach­ka­li­bra­tion, um mög­li­che Lang­zeit­ver­än­de­run­gen auszugleichen.

CAD-Schnittzeichnung einer Klaviatur mit Bemaßung der Tastenlänge

Gut nernetzt: Das Mastermodul

Das Herz­stück des Espressivo-Sys­tem ist das soge­nannte Mas­ter­mo­dul. Es wird im Spiel­tisch in der Nähe der Manuale mon­tiert. Von dort wird das Sys­tem mit Span­nung ver­sorgt, und alle Anschlüsse zur Kom­mu­ni­ka­tion mit der Orgel­steue­rung sind hier vereint.

Um ein Manual anzu­schlie­ßen, muss nur ein fer­tig kon­fek­tio­nier­tes, hoch­fle­xi­bles Bus­ka­bel ein­ge­steckt wer­den, wie man es von PCs kennt. Über die­ses Kabel wer­den die Sen­sor­leis­ten versorgt.

Die Daten­über­tra­gung zwi­schen Manua­len und Mas­ter­mo­dul geschieht digi­tal und stö­rungs­si­cher über den für die Auto­mo­bil­in­dus­trie ent­wi­ckel­ten CAN-Bus.

Zur Aus­gabe der Trak­tur­in­for­ma­tion steht eine kon­ven­tio­nelle MIDI-Schnitt­stelle zur Ver­fü­gung, über die elek­tro­ni­sche Klang­er­zeu­ger direkt ange­schlos­sen wer­den kön­nen, oder Steue­rungs­sys­teme mit MIDI-Eingang.

Fort­ge­schrit­tene Steue­rungs­sys­teme unter­stüt­zen den „IP-MIDI“-Standard, über den die Signale mehr als 1000-fach schnel­ler über­tra­gen wer­den. Diese Anla­gen wer­den über die Ether­net-Schnitt­stelle ange­schlos­sen. Über das Ether­net kom­mu­ni­zie­ren auch Lap­top oder Tablet mit dem Mas­ter­mo­dul für die Regu­lie­rung der Klaviaturen.

Spe­zi­elle Kon­fi­gu­ra­tio­nen las­sen sich über Ände­run­gen von Text­da­teien auf der Spei­cher­karte vor­neh­men.
Über einen Anschluss für Steu­er­si­gnale kön­nen Kop­peln im Mas­ter­mo­dul geschal­tet wer­den. Dies ermög­licht dyna­mi­sche Kop­peln unab­hän­gig vom ange­schlos­se­nen Steue­rungs­sys­tem oder die Rea­li­sie­rung von klei­nen Trak­tur­sys­te­men ohne eigene Steuereinheit.

Las­sen Sie sich von unse­ren Ver­triebs­part­nern über die Mög­lich­kei­ten Ihrer Anla­gen informieren.

Beschriftete Ansicht des Espressivo-Mastermoduls mit Anschlüssen für Stromversorgung, MIDI-Ausgang, Speicherkarte, Ethernet und bis zu sechs Manual- und Pedalsensoren
Klick aufs Bild für maxi­male Größe

Espressivo System für Hand und Fuß

Sen­so­ren für Pedal­kla­via­tu­ren sind für die Mon­tage an der Kap­sel der Pedal­win­kel aus­ge­legt. Hier lässt sich die Bewe­gung der Pedal­trak­tur prä­zise erfas­sen, unab­hän­gig von der meist enor­men Tole­ranz der Pedal­tas­ten. Die­ses Prin­zip eig­net sich sowohl für rein elek­tri­sche Pedal­kon­takt­stö­cke, als auch für mecha­ni­sche Trak­tu­ren, in denen zusätz­lich Kon­takte für elek­tri­sche Kop­peln ein­ge­baut wer­den sol­len.
Anders als bei den Manu­al­kla­via­tu­ren wird im Pedal für jede Taste eine eigene Sen­sor­pla­tine ein­ge­setzt, um mit den viel­fäl­ti­gen Bau­for­men von Pedal­trak­tu­ren kom­pa­ti­bel zu sein.

In die­sem Auf­bau bewegt sich ein Stab­ma­gnet (4mm x 12mm) seit­lich am Sen­sor vor­bei. Einige Zulie­fe­rer bie­ten ihre Abzugs­win­kel bereits mit pas­sen­den Boh­run­gen“ zum Ein­kle­ben des Stab­ma­gne­ten an. Der Gang des Magne­ten sollte etwa 10mm betra­gen. Die rich­tige Posi­tion ergibt sich aus dem Hebel­ver­hält­nis des Abzugswinkels.

Wir unter­stüt­zen Sie bei Bedarf mit ent­spre­chen­den Kon­struk­ti­ons­zeich­nun­gen.
Bis zu 32 Pedal­sen­so­ren wer­den über ein fer­tig kon­fek­tio­nier­tes Flach­band­ka­bel mit dem Bus­ad­ap­ter ver­bun­den. Die­ser über­nimmt die Strom­ver­sor­gung der Sen­so­ren und stellt die Ver­bin­dung zum Espressivo-Mas­ter­mo­dul über ein fle­xi­bles CAT-Kabel her. Viel­po­lige Kabel­ver­bin­dun­gen, wie bei kon­ven­tio­nel­len Kon­takt­ein­rich­tun­gen, wer­den nicht mehr benötigt.

Das Ein­rich­ten und Regu­lie­ren einer Espressivo-Pedal­kla­via­tur erfolgt wie bei den Manua­len über Tablet oder Lap­top. Mecha­ni­sche Jus­ta­gen im Spiel­tisch sind überflüssig.

Pedalhebel aus Metall mit montierter Sensorplatine
Kom­plette Pedal­he­bel für elek­tro­ni­sche Trakturen
Espressivo-Pedalsensor: blaue Platine mit Steckverbinder neben dem zugehörigen Hebel
Ein­zel­sen­so­ren für Pedal­he­bel von mecha­ni­schen Trakturen